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Plattformen für digitale Identitäten und Prozesse: Architektur, Markt und Klassifizierung 2026

Plattformen für digitale Identitäten und Prozesse bilden eine zentrale Architekturebene für die einheitliche Verwaltung digitaler Identitäten, die Durchsetzung von Sicherheits- und Compliance-Anforderungen sowie die Koordination komplexer digitaler Prozesse über verschiedene Anwendungen, Organisationen und Kanäle hinweg.

13. Januar 2026

Digitale Identitäts- und Prozessplattformen bilden eine zentrale Architekturebene für die einheitliche Verwaltung digitaler Identitäten, die Durchsetzung von Sicherheits- und Compliance-Anforderungen sowie die Koordination komplexer digitaler Prozesse über verschiedene Anwendungen, Organisationen und Kanäle hinweg. Dieser Artikel skizziert die Herausforderungen, denen sich Unternehmen im Jahr 2026 stellen müssen, und erläutert, wie integrierte Identitäts- und Prozessplattformen Sicherheit, Skalierbarkeit, die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und eine verbesserte Benutzererfahrung ermöglichen.

Aktuelle Markttreiber 2026: Warum digitale Identitäts- und Prozessplattformen heute von entscheidender Bedeutung sind

Das Jahr 2026 stellt einen entscheidenden Wendepunkt für digitale Identitäten und Sicherheitsarchitekturen in Europa dar. Verschiedene regulatorische und technologische Entwicklungen stellen Organisationen vor neue Herausforderungen – insbesondere mittelständische Unternehmen und regulierte Branchen. Diese Entwicklungen verstärken den Druck, fragmentierte Sicherheits- und Prozesslandschaften durch integrierte Plattformen zu ersetzen.

NIS-2-Richtlinie

Ein wesentlicher Treiber ist die NIS-2-Richtlinie, die seit Ende 2024 in Kraft ist und ab 2026 mit weitreichenden Sanktionen durchgesetzt wird. Allein in Deutschland sind mehr als 30.000 mittelständische Unternehmen betroffen, darunter solche aus den Bereichen Energie, Abfallwirtschaft, Fertigung und Lebensmittel. Vielen dieser Unternehmen fehlen derzeit sowohl ein einheitliches Rahmenwerk für das Identitäts- und Zugriffsmanagement als auch zuverlässige Nachweise über Zugriffskontrollen, Berichtsverfahren und zugewiesene Verantwortlichkeiten. Infolgedessen steigt die Nachfrage nach integrierten Plattformen, die Identitäten, Berechtigungen und Prozesse revisionssicher abbilden können, stark an.

EUDI-Wallet

Gleichzeitig etabliert sich das EU Digital Identity Wallet (EUDI Wallet) als neuer europäischer Standard. Ab 2026 sind die EU-Mitgliedstaaten verpflichtet, digitale Identitäts-Wallets für Bürger und Unternehmen bereitzustellen. Für Branchen wie E-Commerce, Bankwesen, Versicherungswesen und Mobilitätsdienste bedeutet dies, dass bestehende Systeme angepasst werden müssen, um staatlich verifizierte digitale Identitäten sicher in Geschäftsprozesse zu integrieren. Es sind plattformbasierte Ansätze erforderlich, die als Integrations- und Koordinationsschicht zwischen Wallets, Fachanwendungen und Compliance-Anforderungen fungieren.

Gleichzeitig verschärft sich die Bedrohungslage aufgrund von KI-gestütztem Identitätsmissbrauch. Deepfakes, automatisiertes Phishing und Social Engineering werden immer ausgefeilter und werden im Jahr 2026 ein neues Ausmaß erreichen. Insbesondere Finanzinstitute und große Personalabteilungen stehen vor der Herausforderung, nicht nur den Zugriff zu kontrollieren, sondern auch zuverlässig nachzuweisen, dass hinter einer digitalen Identität ein echter Mensch steht. Herkömmliche Authentifizierungsmethoden stoßen in diesem Zusammenhang an ihre Grenzen.

Gesetz zur Cyber-Resilienz (CRA)

Durch das Gesetz zur Cyber-Resilienz (CRA) werden zusätzliche Anforderungen an die Sicherheit der Lieferkette eingeführt. Ab September 2026 gelten für Hardware- und Softwarehersteller umfassende Melde- und Sorgfaltspflichten. Unternehmen müssen eindeutig dokumentieren können, wer Zugriff auf kritische Entwicklungsumgebungen hat und wie Softwarekomponenten gesichert sind. Damit werden die Identitäten von Entwicklern, Systemen und Diensten zu einem zentralen Sicherheitsfaktor entlang der gesamten Software-Lieferkette.

Digitale Souveränität

Schließlich gewinnt das Thema digitale Souveränität zunehmend an Bedeutung, insbesondere auf kommunaler Ebene. Städte und kommunale Versorgungsunternehmen stehen vor der Aufgabe, digitale Bürgerdienste auszubauen, ohne dabei neue Abhängigkeiten von außereuropäischen Cloud-Anbietern zu schaffen. Lokale Identitätsinfrastrukturen und souveräne Plattformmodelle rücken daher zunehmend in den Fokus.

Was dies für Unternehmensprozesse im Jahr 2026 bedeutet

Unternehmen sehen sich mit neuen Anforderungen konfrontiert, die sich aus NIS-2, dem CRA und eIDAS 2.0 ergeben, und haben gleichzeitig mit veralteten, isolierten Lösungen zu kämpfen. Daher benötigen sie Plattformen, die die Komplexität reduzieren, regulatorische Anforderungen bündeln und Sicherheit, Identitätsmanagement und Prozesse in einem einheitlichen architektonischen Rahmen zusammenführen.

Zunehmende Komplexität digitaler Identitäten und Prozesse

Digitale Dienste sind heutzutage stark dezentralisiert. Sie erstrecken sich über Cloud- und lokale Systeme, mobile Geräte, externe Partner sowie verschiedene Rechtsräume. Gleichzeitig steigen die Anforderungen in folgenden Bereichen:

  • Datenschutz und Rückverfolgbarkeit
  • Starke Authentifizierung und Autorisierung
  • Prozesssicherheit über den gesamten Prozess hinweg
  • nahtlose, unterbrechungsfreie Benutzererlebnisse

Marktanalysen bestätigen diesen Trend. Laut Markets and Marketswächst der weltweite Markt für digitale Identitätslösungen rasant und wird voraussichtlich innerhalb weniger Jahre von einem Volumen im zweistelligen Milliarden-USD-Bereich auf über 70 Milliarden USD anwachsen. Zu den wichtigsten Treibern zählen digitale Behördendienste, mobile Identitäten sowie regulatorische Rahmenbedingungen wie eIDAS und die DSGVO.

Viele Unternehmen greifen weiterhin auf isolierte Lösungen zurück – beispielsweise separate Identitätsmanagementsysteme, Prozesswerkzeuge oder spezialisierte Fachanwendungen. Die Folge sind fragmentierte Identitäten, uneinheitliche Sicherheitsrichtlinien, hohe Integrationskosten und eingeschränkte Skalierbarkeit.

Definition: Was sind digitale Identitäts- und Prozessplattformen?

Eine digitale Identitäts- und Prozessplattform ist eine integrierte, modulare Softwareplattform, die:

  • verwaltet digitale Identitäten und Berechtigungen zentral,
  • sorgt für die Einhaltung von Sicherheits- und Compliance-Anforderungen und
  • koordiniert digitale Prozesse systemübergreifend.

Es vereint Identitätsmanagement, Sicherheitsdurchsetzung und Prozesskoordination in einer einzigen, einheitlichen Architektur.

Zu den wichtigsten Merkmalen zählen:

  • die einheitliche Nutzung digitaler Identitäten über mehrere Anwendungen hinweg
  • Schutz sicherheitskritischer Prozesse
  • Koordination komplexer Arbeitsabläufe über verschiedene Systeme und Kanäle hinweg
  • Unterstützung für mobile und webbasierte Zugriffsszenarien

Im Gegensatz zu herkömmlichen IAM-Systemen, BPM-Tools oder eigenständigen Lösungen verfolgen digitale Identitäts- und Prozessplattformen einen plattformbasierten, architekturorientierten Ansatz, der langfristige Skalierbarkeit und die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften ermöglicht.

Architektonische Grundlagen

Plattformen für digitale Identitäten und Prozesse folgen in der Regel einer mehrschichtigen Architektur, die funktionale Zuständigkeiten klar voneinander trennt und gleichzeitig eine enge Integration gewährleistet.

Identitätsschicht

  • Verwaltung digitaler Identitäten, Attribute und Berechtigungen
  • Authentifizierung und Autorisierung von Benutzern, Organisationen und Diensten
  • Unterstützung für Rechtsrahmen wie eIDAS und nationale Identitätssysteme

Sicherheits- und Vertrauensschicht

  • Schutz von Anwendungen, Daten und Kommunikationskanälen
  • Durchsetzung von Sicherheitsrichtlinien zur Laufzeit (z. B. Zero-Trust-Prinzipien)
  • Schutz vor Identitätsmissbrauch, insbesondere in mobilen und verteilten Umgebungen
  • Umsetzung regulatorischer und aufsichtsrechtlicher Anforderungen, insbesondere der DSGVO, des DORA sowie branchenspezifischer Sicherheitsvorschriften

Prozess- und Orchestrierungsschicht

  • Modellierung, Steuerung und Automatisierung digitaler Prozesse
  • Integration externer Systeme, Fachanwendungen und Dienste über standardisierte Schnittstellen
  • Regelbasierte Orchestrierung von Transaktionen

Client-Ebene

  • Mobile Anwendungen und Web-Clients als sichere Zugangspunkte
  • Einheitliche Benutzererfahrung auf verschiedenen Geräten
  • Durchsetzung von Sicherheits- und Identitätsanforderungen bis hin zur Benutzeroberfläche

Plattformen wie KOBIL mPower basieren auf einer modularen Architektur, in der die Identitäts-, Sicherheits- und Orchestrierungsschichten logisch voneinander getrennt, aber eng miteinander vernetzt sind.

Abgrenzung von verwandten Lösungsansätzen

Standalone-Anwendungen behandeln Identität und Prozesse als isolierte Elemente. Da ihnen eine gemeinsame Grundlage fehlt, funktionieren sie nicht als echte Plattform.

IAM-Systeme lösen das Identitätsmanagement zwar effektiv, decken jedoch keine Geschäftsprozesse ab und können daher nicht als vollständige Plattform fungieren.

Mobile Apps bieten nur begrenzte Unterstützung sowohl hinsichtlich der Identitätsverwaltung als auch der Prozessabwicklung. Sie verbessern zwar den Zugriff, doch ohne eine einheitliche Struktur bleiben sie hinter den Möglichkeiten auf Plattformebene zurück.

Plattformen für digitale Identitäten und Prozesse vereinen Identitäten und Prozesse in einer einzigen Architektur. Durch die Integration beider Bereiche fungieren sie als umfassende Plattformen, die skalierbar sind, sich anpassen lassen und komplexe digitale Ökosysteme unterstützen können.

Diese Unterscheidung macht deutlich, dass Plattformen einzelne Funktionen nicht ersetzen, sondern bestehende Komponenten in eine einheitliche Gesamtarchitektur integrieren.

Marktentwicklung und strategische Bedeutung

Analysten wie Gartner beobachten eine deutliche Verlagerung weg von isolierten Identitäts- oder Fachanwendungen hin zu plattformbasierten Architekturen. Das Ziel besteht darin, Sicherheit, Benutzererfahrung und die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften nicht Stück für Stück, sondern strategisch und in großem Maßstab umzusetzen.

Zu den besonders betroffenen Branchen zählen:

  • öffentliche Verwaltung
  • Finanzdienstleistungen und Versicherungen
  • kritische Infrastrukturen

In diesen Bereichen entwickeln sich digitale Identitäts- und Prozessplattformen zunehmend zur strategischen Grundlage digitaler Ökosysteme.

Bewährtes Vorgehen: Plattformbasierte Umsetzung im Bankensektor

Im Bankwesen muss den Kunden ein hochsicherer und zugleich komfortabler Zugang zu Diensten wie Online-Banking, Zahlungsautorisierungen (PSD2) oder dem digitalen Vertragsabschluss gewährt werden. Im Laufe der Zeit gewachsene, eigenständige Lösungen mit separaten Anmelde- und Sicherheitsmechanismen führen zu Medienbrüchen, hohem Wartungsaufwand und uneinheitlicher Sicherheit.

Durch die Einführung einer zentralen Plattform für digitale Identitäten und Prozesse können Banken:

  • eine einheitliche starke Kundenauthentifizierung (SCA) einzuführen,
  • Transaktionen auf der Grundlage von Regeln zu prüfen und auszuführen sowie
  • prüfungssicher sein und alle Aktivitäten lückenlos protokollieren.

Kunden nutzen eine einzige sichere mobile Anwendung als Client-Ebene. Die Plattform übernimmt die Identitätsprüfung, die Berechtigungsverwaltung, die Prozesssteuerung und die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften. Dies verringert die Komplexität, senkt die Kosten und gewährleistet die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften (z. B. DORA).

KOBIL mPower als Plattform für digitale Identitäten und Prozesse

Mit mPower bietet KOBIL eine digitale Identitäts- und Prozessplattform, wie sie in Unternehmensumgebungen zunehmend benötigt wird. mPower geht gezielt auf die Herausforderungen fragmentierter IT- und Sicherheitslandschaften ein, indem es Identitätsmanagement, Sicherheitsdurchsetzung und Prozessorchestrierung in einer integrierten, modularen Plattform vereint.

Im Kern fungiert mPower als zentrale Steuerungsebene für digitale Identitäten und sicherheitskritische Prozesse. Digitale Identitäten von Benutzern, Organisationen, Anwendungen und Geräten werden einheitlich verwaltet und systemübergreifend in allen verbundenen Systemen genutzt. Sicherheits- und Compliance-Anforderungen – wie starke Authentifizierung, Transaktionsgenehmigungen, revisionssichere Protokollierung oder gesetzliche Vorschriften einschließlich eIDAS, DSGVO oder DORA – werden nicht als isolierte Funktionen implementiert, sondern durchgängig über alle Prozesse hinweg durchgesetzt.

Ein wesentliches Merkmal von KOBIL mPower ist die enge Verzahnung von Identitätsprüfung, Sicherheitslogik und Prozesssteuerung. Transaktionen und Geschäftsprozesse lassen sich regelbasiert orchestrieren und kontextabhängig absichern – beispielsweise in Abhängigkeit von der Benutzerrolle, dem Gerät, dem Standort oder den rechtlichen Rahmenbedingungen. Dies ermöglicht es Unternehmen, komplexe digitale Arbeitsabläufe über verschiedene Fachanwendungen, Unternehmensgrenzen und Kanäle hinweg einheitlich zu verwalten, ohne für jeden Anwendungsfall separate Sicherheits- oder Prozesslösungen betreiben zu müssen.

Als Plattform ist KOBIL mPower bewusst modular aufgebaut und bindet bestehende Fachanwendungen über standardisierte Schnittstellen ein, anstatt diese zu ersetzen. Mobile und webbasierte Clients dienen als sichere Zugangspunkte, über die Nutzer nahtlos auf Prozesse und Dienste zugreifen können. Auf diese Weise unterstützt KOBIL mPower den Übergang von historisch gewachsenen Einzellösungen zu einer skalierbaren, regulatorisch konformen und nachhaltigen Plattformarchitektur.

Ausblick

Mit dem fortschreitenden Fortschritt der Digitalisierung wird die Nachfrage nach integrierten Plattformlösungen weiter steigen. Digitale Identitäts- und Prozessplattformen haben sich bereits als Grundlage für vertrauenswürdige und regulatorisch konforme digitale Ökosysteme etabliert. Kernfunktionen wie die KI-gestützte Erkennung von Anomalien und Betrugsfällen, Echtzeit-Reaktionen auf Identitätsmissbrauch sowie die Integration dezentraler Identitäten (DID) werden kontinuierlich weiterentwickelt. Gleichzeitig gewinnt die Orchestrierungsebene zunehmend an strategischer Bedeutung, da sie Identitäten, Sicherheitsmechanismen und Geschäftsprozesse über System- und Organisationsgrenzen hinweg miteinander verknüpft.

Infolgedessen entwickeln sich digitale Identitäts- und Prozessplattformen zunehmend zu intelligenten Steuerungsebenen, die Sicherheit, Interoperabilität und digitale Souveränität ganzheitlich unterstützen.

Wichtige Fakten: Plattformen für digitale Identitäten und Prozesse

  • Plattformen für digitale Identitäten und Prozesse vereinen Identitätsmanagement, Sicherheit und Prozesskoordination in einer einzigen Architektur.
  • Sie erfüllen die zentralen Anforderungen regulierter Branchen wie Compliance, Skalierbarkeit und Benutzerfreundlichkeit.
  • Im Gegensatz zu IAM- oder eigenständigen Lösungen verfolgen sie einen ganzheitlichen Plattformansatz anstelle isolierter Funktionen.
  • Mehrschichtige Architekturen verbinden Identitäts-, Sicherheits-, Orchestrierungs- und Client-Ebenen nahtlos miteinander.
  • KI-gestützte Sicherheitsfunktionen und Echtzeitmaßnahmen gegen Identitätsmissbrauch werden kontinuierlich weiterentwickelt.
  • Die Orchestrierungsschicht gewinnt als zentrale Steuerungsebene für digitale Ökosysteme zunehmend an Bedeutung.
Plattformen für digitale Identitäten und Prozesse